Wenn Sie Ihren Tisch mit Silberbesteck decken, bringen Sie nicht nur Ästhetik auf den Tisch. Silber und versilberte Stücke zeugen oft von der hohen Handwerkskunst und einer ganz besonderen Tradition, die sich in Dänemark über Jahrhunderte entwickelt hat. Ob Sie Sammler sind oder sich einfach nur für diese Tradition interessieren: Auf dieser Seite können Sie in die Geschichte eintauchen, mehr über die bedeutendsten Hersteller und Designer dänischen Silberbestecks erfahren und sich inspirieren lassen, wie Sie die schönsten Silberantiquitäten harmonisch in Ihr Zuhause integrieren können.
Silber oder versilbert?
Silber und versilbertes Besteck sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Die beiden Arten unterscheiden sich jedoch in Material, Wert und Haltbarkeit. Echtes Silber – typischerweise Sterlingsilber mit dem Stempel 925 – besteht aus 92,5 % Feinsilber und 7,5 % Kupfer. Das Kupfer dient der Verstärkung des Materials und macht es widerstandsfähiger gegen Abnutzung, Kratzer und Dellen. Echtes Silber ist sehr wertvoll und kann beliebig oft poliert werden.
Versilberung ist eine günstigere Alternative zu echtem Silber. Bei der Herstellung versilberter Gegenstände wird eine dünne Silberschicht auf ein Metall wie Kupfer oder Messing aufgetragen. Diese Schicht kann sich mit der Zeit abnutzen, insbesondere bei häufigem Tragen oder zu starkem Polieren.
Obwohl echtes Silber den höchsten Wert besitzt, bietet die Versilberung viele Vorteile. Versilberte Gegenstände sind widerstandsfähiger gegen Verbiegen und Stöße. Sie sind leichter, und die Weiterentwicklung der Versilberung ermöglicht die Massenproduktion. Dadurch ist eine große Vielfalt an Formen und Verzierungen möglich, die in massivem Silber zu kostspielig wären.
Silberhandwerk in Dänemark
Die dänische Tradition der Silberschmiedekunst reicht bis ins Mittelalter zurück. Allerdings begannen sich dänische Silberschmiede erst im 16. und 17. Jahrhundert in Zünften zu organisieren und ihre Waren mit städtischen Punzen wie De Tre Tårne zu kennzeichnen. Im 18. und 19. Jahrhundert, als die Tradition derPorzellanDas Silberschmiedehandwerk erfreute sich großer Beliebtheit und entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der dänischen Kultur. In dieser Zeit stellten Silberschmiede alles her, von Kirchenbesteck bis hin zu Geschirr und Ziergegenständen für Privathaushalte. Auch Schmuck und Silberornamente wurden immer verbreiteter.
Versilberte oder versilberte Metallwaren entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ermöglichten die Herstellung eleganter und zugleich erschwinglicher Alternativen zu massivem Silber. Viele der namhaftesten Hersteller der Branche – darunter Georg Jensen – haben sich im Laufe der Zeit sowohl mit Silber als auch mit versilberten Artikeln einen Namen gemacht, während andere, wie beispielsweise Cohr, sich zunächst vorwiegend auf die Versilberung konzentrierten.
Cohr
Der Silberschmied Ditlev Cohr gründete sein Unternehmen 1860 in Horsens. Anfangs war Cohr nur eine kleine Silberschmiede, doch als sein Sohn Carl M. Cohr 1890 die Leitung übernahm, begann ein rasanter Aufschwung. 1906 firmierte das Unternehmen unter dem Namen A/S Carl M. Cohr Sølvvarefabrik und zählte bald zu den größten Herstellern von Silberwaren und versilberten Artikeln in Dänemark.
Da insbesondere die Versilberung in der breiten Bevölkerung schnell an Popularität gewann, erzielte Cohr Anfang des 20. Jahrhunderts große Erfolge. Das Unternehmen war bekannt für die Anwendung von Galvanisierung und verschiedenen Gießverfahren in der Massenproduktion. Die frühen Arbeiten des Firmengründers waren vorwiegend historisierend, während sich die Arbeiten seines Sohnes im Einklang mit dem Funktionalismus der 1920er-Jahre und dem Art déco der 1940er-Jahre entwickelten.
Das Silber von Cohr galt als „Volkssilber“ – es war weit verbreitet, funktional und preiswert, und die versilberten Waren des Unternehmens wurden im Laufe der Zeit in großem Umfang in Länder wie Deutschland und England exportiert.
Georg Jensen
Georg JensenGeorg Jensen ist zweifellos der international bekannteste Name dänischer Silberschmiedekunst. Das Unternehmen wurde 1904 von Jensen selbst gegründet, der sowohl Silberschmied als auch Bildhauer war, und Georg Jensen erlangte schnell Bekanntheit für seine hochwertige Handwerkskunst, die künstlerisches Design mit Funktionalität verband.
Bei der Gründung des Unternehmens arbeitete Georg Jensen vorwiegend mit massivem Silber, nahm aber schon bald auch eine günstigere Versilberung in sein Sortiment auf, wodurch es auch normalen Dänen möglich wurde, ästhetisch ansprechende Alltagsgegenstände zu erwerben.
Nach Georg Jensens Tod im Jahr 1935 wurde das Unternehmen weitergeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Designer Harald Nielsen – der Schwager des Silberschmieds – der Produktion von Georg Jensen bereits eine wunderschöne, organische Note verliehen. In den folgenden Jahrzehnten arbeitete die Gruppe auch mit Designern wie Sigvard Bernadotte und Henning Koppel zusammen, und heute genießt Georg Jensen sowohl in Dänemark als auch international den Status einer ikonischen und exklusiven Marke, die für Schmuck und Wohnaccessoires ebenso bekannt ist wie für Silber und Silberplattierungen.
Grann & Laglye
Die Silberschmiede Christian Grann und Ludvig Laglye gründeten ihr Unternehmen 1906 und spezialisierten sich von Anfang an auf massives Silberbesteck im klassischen Stil. Grann & Laglye stand für handwerkliche Qualität und einen Stil, der stark von historischen Vorbildern beeinflusst war. Ihre Produktion umfasste hauptsächlich Besteck und Korpusgegenstände wie Krüge, Schalen und Teller, deren Stil sich deutlich von den zunehmend modernistischen Trends der Zeit unterschied. Grann & Laglye stellte die Produktion 1955 ein, als die beiden Inhaber ihr Unternehmen verkauften. Dennoch genießt die Firma in der dänischen Silberschmiedetradition weiterhin einen diskreten, aber angesehenen Status. Die stilistische Konstanz von Grann & Laglye macht ihre Werke leicht erkennbar und äußerst attraktiv für Sammler wertvollen und schönen Silberbestecks.
Tischdekoration aus Silber und versilbertem Material
Silber und versilberte Gegenstände tragen zu einer ganz besonderen Atmosphäre am Esstisch bei. Silberkrüge, Silberbesteck und Kerzenständer aus massivem Silber strahlen klassische Eleganz aus und verleihen Ihrer Tischdekoration Glanz und Wertigkeit. Kombiniert man Silber und versilberte Gegenstände beispielsweise mit Porzellan oder Kristallglas, entsteht ein besonders stimmungsvolles Ambiente.GlasSo entsteht ein überaus schönes Ganzes. Es ist jedoch wichtig, dass Sie den Tisch sorgfältig decken, indem Sie beispielsweise diese Tipps befolgen:
• Wählen Sie einen einheitlichen Glanz (entweder glänzendes oder mattes Silber) und achten Sie auf einen einheitlichen Stil auf dem gesamten Tisch.
• Verwenden Sie Stoffservietten und Tischdecken in gedeckten Farben, um den Eigenglanz des Metalls hervorzuheben.
• Kombinieren Sie Ihr Silber mit mundgeblasenem oder geschliffenem Glas, um Kontraste und Leichtigkeit zu erzeugen.
• Stellen Sie Kerzen in Ihre silbernen Kerzenhalter, um eine warme und gemütliche Atmosphäre zu schaffen.
• Vermeiden Sie es, zu viel Silberbesteck zu verwenden, und lassen Sie die einzelnen Silberstücke als Blickfang auf dem Tisch zur Geltung kommen.
Regelmäßiges Polieren und die schonende Aufbewahrung, beispielsweise in säurefreien Beuteln, sind unerlässlich für alle, die Silber und Silberbesteck besitzen. Bei richtiger Pflege von Silber, Silberbesteck und Kerzenständern können diese Stücke über Generationen weitergegeben werden. Kontaktieren Sie Harsted Antik – wir helfen Ihnen gerne, die passenden Stücke aus unserem Silberwarensortiment zu finden.